Baumschnitt, Baumwurzeln und Wurzelstock entsorgen - so machen Sie alles richtig!
Bei der Gartenpflege fallen regelmäßig holzige Abfälle an, die sich nicht ohne Weiteres über die Biotonne entsorgen lassen. wir erklären, was zu Baumschnitt, Baumwurzel und Wurzelstock zählt, wie sich diese Abfälle vom üblichen Grünschnitt unterscheiden und welcher Entsorgungsweg in welcher Situation sinnvoll ist.
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Inhaltsverzeichnis
Baumschnitt, Baumwurzel, Wurzelstock: was ist was?
Auch wenn die drei Begriffe oft gemeinsam genannt werden, beschreiben sie unterschiedliches Material. Baumschnitt umfasst holzige Gartenabfälle wie Äste, Zweige, Stammholz und Heckenschnitt mit hohem Holzanteil. Wichtig ist, dass es sich um natürliches, unbehandeltes Holz handelt. Baumwurzeln sind das unterirdische Wurzelwerk eines Baumes, meist inklusive eines verzweigten Wurzelballens. Sie fallen vor allem an, wenn ein Baum samt Wurzelwerk ausgegraben wird.
Der Wurzelstock, auch Stubben genannt, ist der verbleibende Baumstumpf mit der Basis der stärksten Wurzeln. Er bleibt nach dem Fällen eines Baumes übrig und ist meist sperrig, schwer und mit Erde behaftet. Schon ein mittelgroßer Baum produziert beachtliche Wurzelmassen. Bei einem Stamm-Durchmesser von einem Meter können leicht über zwei Kubikmeter Wurzelholz anfallen. Wer einen Stubben im Boden belässt, sollte wissen, dass er Pilze und Schädlinge anlocken kann, die auf benachbarte, gesunde Bäume übergreifen.

Baumschnitt oder GrĂĽnschnitt? Was ist der Unterschied?
Nicht jeder Gartenabfall lässt sich gleich entsorgen. Grünschnitt bezeichnet weiche, krautige Pflanzenreste: Rasenschnitt, Laub, verwelkte Blumen, Unkraut sowie dünne Zweige bis etwa 15 Zentimeter Durchmesser. Solches Material wird kompostiert.
Baumschnitt und Wurzelwerk werden anders verwertet als feiner Grünschnitt und müssen deshalb getrennt erfasst werden. Größere Äste, Stammstücke und Wurzelstöcke gehören nicht in einen Grünschnitt-Container, ebenso wenig wie Wurzeln mit anhaftender Erde oder Steinen. Um evtl. Probleme mit dem Entsorger zu vermeiden, sollten Sie darauf achten, die Abfallarten getrennt zu entsorgen.
Eine einfache Faustregel: Was Sie noch mit der Heckenschere oder Astschere bewältigen, ist meist Grünschnitt. Was nur mit der Kettensäge geht, ist Baumschnitt.


Container für größere Mengen - wann lohnt es sich?
Ab etwa drei Kubikmetern Material ist ein Abfallcontainer meist die praktischste Lösung. Er wird angeliefert, vor Ort befüllt und anschließend vom Containerdienst wieder abgeholt. Damit entfallen viele Fahrten zum Wertstoffhof, und auch schwere Wurzelstöcke werden zuverlässig mitgenommen.
Container für Baumschnitt gibt es üblicherweise ab drei Kubikmetern aufwärts, gängige Größen sind fünf oder sieben Kubikmeter. Lange Stammstücke müssen vor dem Einfüllen meist auf etwa zwei Meter gekürzt werden, damit der Container transportfähig bleibt.
Bei der Bestellung sollten Sie darauf achten, ob der Container für reinen Astschnitt oder auch für Wurzeln und Stubben geeignet ist. Wurzelmaterial ist durch das höhere Gewicht und die aufwändigere Verarbeitung in der Verwertung meist etwas teurer.
Konkrete Preise für einen Container hängen stark von Region, Volumen und Wegstrecke ab. Eine Pauschale, die Anlieferung, Standzeit, Abtransport und Entsorgung umfasst, ist in der Regel transparenter als eine reine Mietgebühr.

Alternativen zur Container-Entsorgung
Je nach Menge und örtlichen Gegebenheiten bieten sich auch andere Wege zur Entsorung an.
Biotonne und Eigenkompost
Geringe Mengen Astschnitt passen meist in die Biotonne. Wer einen Häcksler besitzt, kann holziges Material zerkleinern und im eigenen Garten kompostieren oder als Mulch nutzen. Krankes oder schädlingsbefallenes Holz gehört allerdings nicht auf den Kompost.
Wertstoffhof oder GrĂĽnabfallsammelstelle
Viele Kommunen nehmen haushaltsübliche Mengen an Gartenabfall kostenlos oder gegen geringe Gebühr an. Vor der Fahrt lohnt ein kurzer Anruf, denn nicht jeder Hof akzeptiert große Wurzelstöcke oder Stammstücke. Den Transport müssen Sie selbst organisieren.
Im Garten verrotten lassen
Ein Wurzelstock kann auf dem Grundstück bleiben und der Natur überlassen werden. Das ist die günstigste und ökologisch sinnvollste Variante, dauert aber lange. Bei einem dicken Stubben können mehrere Jahre vergehen, bis er vollständig zersetzt ist. Mit Bohrlöchern, Kompost und Feuchtigkeit lässt sich der Prozess etwas beschleunigen.
Upcycling
Ein gesunder Stubben eignet sich als rustikaler Gartentisch oder Hocker. Auch ausgehöhlt als Pflanzgefäß macht er sich gut. Trockene, unbehandelte Holzstücke lassen sich zudem als Brennholz im Kamin nutzen.
Bündelsammlung und Grünabfallsäcke
In manchen Kommunen werden gebündelte Äste oder spezielle Papiersäcke an festen Terminen abgeholt. Eine flexible Lösung für mittlere Mengen, die über die Biotonne hinausgehen, einen Container aber nicht rechtfertigen.
Was Sie nicht tun sollten
Verbrennen ist in den meisten Gemeinden Deutschlands nicht erlaubt oder stark eingeschränkt. Rauch und Feinstaub belasten Umwelt und Nachbarn, und die örtlichen Vorschriften sind oft strenger, als viele annehmen.
Erkundigen Sie sich bei Ihrem Ordnungsamt, bevor Sie an offene Feuer denken. Erlaubt ist meist nur, gut durchgetrocknete und unbehandelte Holzreste im eigenen Kamin oder Holzofen zu verheizen.
Illegales Entsorgen, also das Abladen von Baumschnitt im Wald, an Feldwegen oder auf Wildkippen, ist ebenfalls keine Alternative, auch nicht fĂĽr natĂĽrliche Materialien.
Es schadet dem Ökosystem durch Nährstoffungleichgewichte, eingeschleppte Pflanzen oder Schädlinge und kann den Boden ersticken. Wer dabei erwischt wird, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

Was passiert mit dem Holz? Recycling und Verwertung
Holzige Gartenabfälle werden überwiegend energetisch verwertet. In den Entsorgungsanlagen werden Äste, Stämme und Wurzeln zunächst gehäckselt und über Siebe von Erde, Steinen und Metallresten befreit.
Das gereinigte Holzhäckselgut wandert anschließend in Biomasse-Heizkraftwerke und liefert dort Strom und Wärme.
Feiner Grünschnitt mit geringem Holzanteil wird hingegen kompostiert und zu Humus verarbeitet. Diese Trennung sorgt dafür, dass jedes Material in die optimale Verwertung läuft. Aus Ihrem Baumschnitt entsteht so entweder Kompost oder Bioenergie.

FAQ - Häufig gestellte Fragen
Kleine Wurzelstücke ja. Größere Wurzelstöcke und stark verholzte Wurzeln gehören nicht in die Biotonne, weil sie das Volumen sprengen und in der Kompostieranlage Probleme machen. Hier sind Container, Wertstoffhof oder Big Bag die richtigen Wege.
Für kleinere Gartenprojekte mit ein bis zwei großen Sträuchern reicht oft ein Drei-Kubikmeter-Container. Bei einer kompletten Baumfällung samt Wurzelausgrabung sind fünf bis sieben Kubikmeter realistischer. Im Zweifel beim Containerdienst nachfragen: Eine zu kleine Bestellung kostet am Ende oft mehr als die nächstgrößere Variante.
In vielen Gemeinden sind Bäume durch örtliche Baumschutzverordnungen geschützt. Bevor Sie einen größeren Baum fällen, fragen Sie bei Ihrer Kommune nach. Die Regeln unterscheiden sich von Ort zu Ort deutlich, eine Genehmigung kann auch für Bäume auf privatem Grund erforderlich sein.
Das hängt von Region, Menge und gewähltem Weg ab. Die Biotonne und der Wertstoffhof sind für haushaltsübliche Mengen meist kostengünstig. Container werden in der Regel als Pauschale für Anlieferung, Standzeit und Entsorgung berechnet. Wurzelmaterial ist durch das höhere Gewicht etwas teurer als reiner Astschnitt.
Ja, das ist möglich. Ein verrottender Stubben bietet Lebensraum für Insekten und Pilze und verbessert mit der Zeit den Boden. War der Baum allerdings krank oder haben sich Pilze ausgebreitet, ist eine Entfernung sinnvoll, damit nicht auch gesunde Bäume in der Nähe befallen werden.
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